Hier in Direktübertragung: Die Abend senkt sich. Ein letzter Ruf zum Gebet. Die Nacht beginnt.
„Qat“, das sind die Blätter, die den Mund der Männer v.a. am Nachmittag verformen ( als wenn man ihnen einen
Weisheitszahn gezogen hätte jedoch ohne, dass es blau wird). Eine Art Droge, leicht anregend, etwa wie Amphetamine, die den Appetit bremsen (auch den Libido, wie es scheint) und für die
Menschen im Jemen eine echte Zeremonie ist. Den ganzen Tag verlangt man danach, denn er muss sehr frisch sein; da nur die ganz frischen Sprossen gekaut werden. Man lädt sich
gegenseitig ein, jeder brint sein Bündelt „Qat“ selbst mit und beginnt, Blätterchen für Blättchen zu kauen --- stundenlang. Jeder nimmt davon, die Frauen manchmal
auch…Auf eine Art ist jeder dem „Qat" verfallen. "So kommt es, dass alle "gâté"/verwöhnt sind", sagt Stephan (Wortspiel mit dem Wort "Qat" und dem frz. Wort "gâter" - verwöhnt", A.d.R.)
Einige beginnen auch schon morgens. Die Auswirkungen dieses Zeugs werden diskutiert; es halte das soziale Band zusammen; aber "Qat" ist super teuer und schneidet tief ins Budget
der Familien, besonders der sehr Armen; die Bauern aber bevorzugen, “Qat“ anzubauen, lieber als Kaffee oder Nahrungsmittel.---- Man ist dem „Qat“
auch dankbar, denn es dient dazu Neuigkeiten schnell zu verbreiten: Denn - einmal geschnitten - müssen die Qat-Bündel schnell vom Anbauort zu den Märkten gebracht werden und bringen so auch
Neuigkeiten.
On repère les champs de qat dans les plaines parce qu’il y a des tours,
qui servent aux gardiens qui veillent sur les champs. Au fait à propos du qat, on se demandait ce que les vieux faisaient avec un pilon et des herbes, ben c’est pour quatter quand on n’a plus de
dents… ils rajoutent même parfois du sucre candi pour le goût parait-il !
Die Qat-Felder lassen sich leicht an den vielen Türmen erkennen, in denen Männer die Felder bewachen. Übrigens: erst haben wir uns
ja gefragt, was einige Alte mit einem Mörser machen beim Qat-Kauen. Nun, da sie keine Zähne mehr haben, werden die Blätter - manchmal sogar mit einem Stück Zucker, denn das Zeug ist bitter -
zerstampft, bevor es in den Mund wandert.